Mechanismen der Wirkung von Applikatoren

Die reflektorisch-mechanische Wirkung besteht in der oberflächlichen multiplen Akupunktur bestimmter Zonen und biologisch aktiver Punkte (reflektorische Reaktion) und in der Mikromassage der Haut und unterliegender Gewebe.

1. Die reflektorische Einwirkung der Nadeln auf aktive Punkte der Kanäle (Rezeptoren) besteht aus drei Hauptteilen der Orts-, Segment- und Allgemeinreaktion, die gegenseitig verbunden sind.

Die Ortsreaktion zeigt sich in der Änderung der Blutfüllung des Hautabschnittes, der Temperatur, Empfindlichkeit, Größe des elektrischen Potentials und des Widerstandes in der Einwirkungszone ausgedrückt.

Die Segmentreaktion ist durch die Segment- und metameren Reflexzusammenhänge zwischen bestimmten Hautabschnitten und entsprechenden Segmenten der Wirbelsäule bedingt, wo die die jeweiligen inneren Organe innervierenden Nervenfasern ihren Anfang nehmen, bedingt. Die dauernde Impulsierung in die Nervenzentren und die danach entstehenden zurückgewiesenen Reaktionen des Organismus beeinflussen ihrerseits den Zustand der peripherischen Rezeptoren und Gewebe in der Einwirkungszone.

Die Allgemeinreaktion des Organismus verläuft nach dem Typ der Anpassungsreaktion infolge des Eintreffens der Impulse von der Wirbelsäule über die speziellen Nervenstränge zum Hirn. Die Beteiligung des vegetativen Nervensystems, das für innere Organe verantwortlich ist, im Prozess sichert eine Möglichkeit der Mobilisierung der Ressourcen des Organismus für die Sofortwirkung: die Produktion der biologisch aktiven Stoffe in den endokrinen Drüsen, Geweben und vor allem in der Haut, verschärft sich, die Wirkung des Herz-Kreislaufsystems stimuliert sich, die Blutversorgung verteilt sich um die Stoffe, die fähig sind, mehr Energie auszuscheiden, mehr Sauerstoff zu liefern und die Widerstandsfähigkeit des Organismus zu pathologischen Faktoren zu stärken, gelangen ins Blut.

2.  Galvanisch-elektrische Wirkung  Der Organismus des Menschen stellt ein kompliziertes Biokolloid dar, das aus Elektrolyten besteht und sowohl positive Ionen (Kationen), als auch negative Ionen (Anionen) enthält. Die Intensität der galvanisch-elektrischen Einwirkung  wird vom Organismus selbst je nach dem Grad der Sättigung der Gewebe (Hautschichten, Unterhautzellstoff, unterliegende Strukturen) mit Elektrolyt geregelt. Der krankhafte, entzündete Hautabschnitt ist geschwollen. Es gibt viel Wasser darin, und die intensive Reaktion verläuft bei der Berührung mit dem Applikator unter der Ausscheidung großer Energiemenge und wird mit der Hautausschwitzung manchmal begleitet.

Beim Kontakt mit der Haut ziehen sich mehrere physikalisch-chemische Änderungen an der Oberfläche der Applikatornadeln voll, die für die Änderungen unter dem Einfluß des Gleichstroms charakteristisch sind. Im Ergebnis bilden sich die Oxidfilme an den Nadeln heraus, und der Galvanisationseffekt entwickelt sich. Dabei entstehen die punktförmigen galvanischen Ströme von maximaler Größe an den Nadelspitzen wegen der Potentialdifferenz zwischen dem Hauptmetall der Nadel und dem peripherischen Metall der Beschichtung, welche  zwischeneinander kurzgeschlossen sind (I-1) (Abb. 1).  Außerdem bilden sich die galvanischen Internadelströme (I-2), deren Größe von der Hautleifähigkeit und ihrer Sättigung mit Elektrolyten abhängt (Abb.2).

 

 

Die Galvanisation trägt zur Verbesserung des Stoffwechsels bei, verstärkt die reparativen Prozesse (Wiederherstellungsprozesse), leistet zurückgehende Einwirkung, hilft der Produktion der biologisch aktiven Stoffe (Azetylcholin, Histamin, Heparin u.a.), verbessert die Durchführung der Nervenimpulse, vermindert den Schmerzsinn.

3. Humorale Wirkung des Applikators drückt sich durch die Mikroionophorese von den Metallen aus, aus denen die Nadeln gefertigt sind (Kupfer, Zink, Nickel, Eisen, Silber) in flüssiges Milieu des Organismus. All diese Mikroelemente spielen wichtige Rolle in der Gewährleistung der normalen Funktionsfähigkeit verschiedener Organe und Systeme.

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